Montag, 31. März 2008

Nochmal Radsport..

Über die Grandes Alpes von Gipfel zu Gipfel

Es gibt nur wenige Gegenden, die so sehr den Mythos des Radsports verkörpern wie die französischen Alpen. Die Route des Grandes Alpes, die den Genfer See über die großen Pässe mit Nizza verbindet, gehört touristisch sicher zu den absoluten Höhepunkten der Alpenregion. Auf einen Radsportler üben Namen wie Iséran, Galibier oder l'Alpe d'Huez, die großen Alpenpässe, auf denen sich die Tour meist entscheidet, eine besondere Faszination aus. Neben der beeindruckenden Streckenführung auf meist kleinen verkehrsarmen Sträßchen, etwa zum Croix de Fer und zum Madeleine, mit phantastischen Ausblicken auf die vergletscherten hohen Alpengipfel, ist vor allem das Überfahren der endlos auf die Straße gepinselten Namen der großen Helden der Tour von außergewöhnlichem Reiz.

Die Alpen sind das höchste Gebirge Europas mit dem Montblanc (4807 m) als höchstem Gipfel. Sie reichen im Süden bis an den Apennin. Von dort ziehen sie in großem Bogen nach Westen und Norden bis an den Genfer See und von dort ostwärts bis zur Donau bei Wien. Insgesamt ist das Gebirge etwa 1200 Kilometer lang und 150 bis 250 Kilometer breit. An die Alpen grenzen unmittelbar Frankreich, Italien, die Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Österreich und Slowenien.

Die Alpen sind auch das formenreichste Gebirge Europas. Sie verdanken das der Mannigfaltigkeit ihrer Gesteine und der umgestaltenden Wirkung der Eiszeit, in der durch mächtige Gletscherströme die Täler und Pässe ausgeweitet wurden; am Alpenrand bildeten sich tiefe Talseen. Während in den Ostalpen Schiefer dominiert, finden wir in den französischen Westalpen Kalkgestein vor.

Der West- und Nordrand der Alpen liegt im Bereich der Westwindzone und erhält während des ganzen Jahres hohe Niederschläge. Die Tal- und Beckenlandschaften im Inneren sind stellenweise trockener. Mit steigender Höhe nehmen die Temperaturen ab, je 100 Meter etwa ein halbes Grad, während die Intensität der Sonnenstrahlung zunimmt. Die Winde sind als Berg- und Talwind und Föhn stark von den örtlichen Verhältnissen beeinflusst.

An den Gebirgsrändern wachsen im Norden mitteleuropäische, im Süden mediterrane Pflanzen. Der Höhenlage nach folgt auf eine Kulturland- und Laubwaldzone in 800 bis 1000 Meter Höhe die Nadelwaldzone, die bei der Waldgrenze in 1500 bis 2200 Meter Höhe in die Zone des Krummholzes und der Almen übergeht. Die Schneegrenze liegt in den Randgebieten bei 2500, im Inneren bei 3000 Meter. In den Westalpen reichen einzelne Gletscher bis in die besiedelten Gebiete herab. Hier gibt es Hochgebirgstiere, wie Steinbock, Murmeltier, Gämse, Steinadler und Alpenkrähe.

Die Alpen gehören zu den dichtbesiedelten Hochgebirgen der Erde. Neben der Almwirtschaft in den Höhenlagen dominiert in den Tälern die Holzverarbeitung, der Ackerbau und die Textilindustrie. Aufgrund von Sol-, Mineral- und Thermalquellen haben sich zahlreiche Heilbäder entwickelt. Von größter wirtschaftlicher Bedeutung ist der ganzjährige Fremdenverkehr, der sich in den letzten Jahrzehnten zum internationalen Massentourismus entwickelte.

Route
Wir starten in Saanen in der Schweiz, die wir nach einer berauschenden Abfahrt hinab ins Rhônetal Richtung Frankreich verlassen. Noch im Verlauf der ersten Etappen biegen wir dann auf die "Route des Grandes Alpes“ ein. Die Original-Route werden wir jedoch hier und dort verlassen, wenn es landschaftlich interessante Streckenalternativen zu erkunden gibt.

An den ersten beiden Tagen bewältigen wir ein paar kleinere, weniger bekannte doch umso reizvollere Cols. Unter einem Pensum von 3.000 Höhenmetern pro Tag sind jedoch auch diese Berge nicht zu nehmen. Nach den beiden Start-Etappen kommen wir bereits auf 253 Kilometer und 6.350 Höhenmeter.

Ab dem dritten Tag stehen dann einige der Alpenpässe an, die bei vielen Radsportlern ein Gänsehautgefühl auslösen: Izoard, Galibier und der Isèran. Die großen miteinander verbundenen Cols führen allerdings durch sehr verkehrsreiche Täler und sind anfangs nur mit äußerster Konzentration zu befahren.

Auf der dritten Etappe steigen wir von Briancon (1321 m) aus über Cerieres (1610 m) hinauf zum Col d'Izoard (2360 m). Prachtstück des Izoard ist die "Casse Déserte" mit Felstürmen in einer Geröllwüste, die wir nach einem sechs Kilometer steilen Serpentinen-Stück erreichen. Hier befindet sich auch das Denkmal der Rennradheroen Coppi und Bopet. Nachdem wir auf der anderen Bergseite wieder nach Briancon hinunterfahren, erfolgt auf einfacher Straßenführung sogleich der landschaftlich überragende Aufstieg über Lautaret (2043 m) empor zum Col du Galibier (2556 m) mit 12 Prozent Steigung. Hier oben genießen wir eines der beeindruckendsten Alpenpanoramen. Der Berg verlangt einem vor allem auf den letzten Kilometern vor der Passhöhe alles ab und gerechtfertigt den Mythos, der ihn umgibt.

Es geht nun wieder etwa fünf Kilometer hinunter bis nach Valloire (1430 Meter). Nach einer kleinen Verschnaufpause erklimmen wir sodann in gleichmäßigen Serpentinen den Col de Telegraphe (1530 m). Wir klettern durch teils bewaldete Abschnitte relativ einfach nach oben in Richtung der Telegraphenmasten, die dem Pass seinen Namen gaben. Auf der Passhöhe (1566 m) blickt man in das Tal des Arc. Von hier aus geht es über Maurience (716 m) erneut hinunter bis nach La Champre (487 m). Nun bereiten wir uns auf einen langen Anstieg zum Col de la Madeleine (2000 m) vor, den wir nach großer Anstrengung erreichen. Tief hinunter geht es jetzt ins Tal nach Moutiers (479 m), und nach einer kleinen Steigung kommen wir nach Seez, unserem Zielort (925 m). Auf der dritten Etappe legen wir insgesamt 210 Kilometer und rund 3000 Höhenmeter zurück.

Von Seez aus radeln wir auf einer vielbefahrenen Strecke hinauf zum Col de l'Isèran (2770 m), eine Route, die erst ab Val d' Isere (1840 m) auf 16 Kilometern und knapp 1000 Höhenmetern atemberaubend schön wird. Vor allem die Passhöhe des Isèran ist ein wahrer „Höhepunkt“ der Tour; sie verlangt einen beinahe 40 Kilometer langen Anstieg von rund 2800 Metern. Oben angekommen, geht es sogleich wieder hinunter nach Bonneval (1835 m) und weiter über Val Cenis (1339 m) und Modane (1057 m) nach St. Jean-de-Maurienne (565 m). Von hier aus kämpfen wir uns empor zum Col de la Croix de Fer (2067 m), den wir auf einer Strecke mit 14-prozentiger Steigung erreichen. Nach diesem Kraftakt lassen wir uns ins Tal gleiten und erreichen St. Sortin (1550 m). An diesem Tag bewältigen wir 190 Kilometer und 1520 Höhenmeter.

Die fünfte Etappe führt uns von St. Sortin aus hinauf zum Col du Glandon (1951 m). Dann geht es hinunter nach Bourg d’Oisans (719 m). Wir nehmen Anlauf für die 14 Kilometer lange Auffahrt nach Alpe d'Huez (1860 m), dem Wintersportzentrum im Départment d’Isère. Auf der autobahnbreiten und mit allerfeinstem Asphalt versehenen Straße geht es über 21 durchnummerierte Serpentinen nach oben. Sie sind jeweils nach den Siegern dieser Tour-Etappe benannt. Sehenswert ist hier oben leider nur der berühmte Höhenflugplatz, der 1931 angelegt wurde. Ansonsten ist Alpe d’Huez nichts anderes als eine Retorten-Skistation mit riesigen Hotelbunkern und im Sommer deutlich sichtbaren Narben des Skitourismus. Auf der anderen Bergseite fahren wir wieder hinunter nach Bourg d’Oisans und haben am Tagesende 60 Kilometer und rund 1150 Höhenmeter zurückgelegt.

Mit dem Tour-Bus fahren wir nach Barcelonette im Ubaye-Tal, unserem nächsten Standort. Wir besichtigen die geschichtsträchtige Stadt Avignon mit dem Papstpalast, der Kirche von Saint Pierre (14.-16. Jahrhundert), den öffentlichen Gärten, der Kathedrale Notre-Dame-des-Doms und dem Wahrzeichen der Stadt - die Pont d’Avignon aus dem 12. Jahrhundert.

Am nächsten Tag dann geht es in die französischen Südalpen. Hier gibt es eine ganze Reihe hoher, schöner Pässe, die nur teilweise im Rampenlicht der Tour stehen. Die abwechslungsreiche Strecke bis zum Col de Vars (2109 m), einem klassischen Tour-Berg, führt auf der Nordseite recht aussichtsreich auf einem Bergsporn nach oben. Der Pass, eine karge Schieferlandschaft mit Schafweiden, auf denen zwischen vereinzelten Tümpeln Sandsteinblöcke aufragen, bildet die Pforte zum Ubaye-Tal. Da die Straße zur Erschließung der Wintersportgebiete dient, ist sie sehr gut ausgebaut und asphaltiert und man gewinnt in diesem Abschnitt zügig an Höhe. Nachdem wir die Örtchen St. Marcellin und St. Catherine passiert haben, erreichen wir auf etwa 1800 Metern Höhe die Skistation Les Claux. Nach einer kleinen Pause nehmen wir die letzte Passage in Angriff und erklimmen die Passhöhe auf 2109 Meter.

Die Abfahrt vom Col de Vars gestaltet sich bis St. Paul-sur-Ubaye zunächst wellig und serpentinenreich, wird dann aber nach einem tunnelreichen Engpass bis nach Jausiers, unserem Etappenziel, immer flacher. Rund 150 Kilometer und 1000 Höhenmeter haben wir bei der Ankunft hinter uns gebracht.

Auf der siebten Etappe gibt es dann Fahrspaß pur auf den Wegen Richtung Süden. Die Anstiege sind nicht mehr so steil, und es fällt leichter, die herrliche Gebirgslandschaft ringsum zu genießen. 137 Kilometer ist diese letzte Etappe lang, es geht 2750 relativ leichte Höhenmeter bergauf und 4450 Höhenmetern verteilt auf vier Abfahrten wieder hinunter in eine mediterrane Landschaft. Zwei der Abfahrten sind extrem kurvenreich und verlangen konzentriertes Fahren.

Von Jausiers (1200 m) aus beginnt der etwa 23 Kilometer lange Anstieg zum Col de la Bonette (2802 m). Der höchste Pass der Alpen ist eigentlich kein richtiger Pass, sondern eine Zusatzschlaufe des Restefond-Passes. Der Bonette ist trotz der Höhe auf der Nordseite nicht allzu schwer zu fahren, da er immer wieder etwas flachere Abschnitte aufweist. Entlang der Bonette-Route, die das Ubaye- mit dem Tinée-Tal verbindet, sehen wir Ruinen von Befestigungsanlagen, die aus dem italienisch-französischen Grenzkrieg der Jahre 1914 bis 1918 stammen. Die Straße steigt in unzähligen Haarnadelkurven zunächst bis zum Col de Restefond (2678 m) an. Hier befindet sich der eigentliche Pass-Übergang hinunter Richtung Nizza an der Côte d'Azur. Nach dem Restefond folgt dann der kräftezehrende Aufstieg zum Col de la Bonette. Doch für die Quälerei werden wir mit einem atemberaubenden Panorama über fast alle Massive der Südalpen entschädigt.

Unser nächstes Ziel ist der Col de la Cayolle (2326 m), der auf der Nordseite anfangs durch die wildromantische Bachelard-Schlucht führt und später durch eine liebliche Alm- und Waldlandschaft. An vielen Stellen der Auffahrt haben wir großartige Ausblicke über die Haute-Provence. Auf der Südseite ab Estreng geht es über spektakuläre Kehren durch eine steile Felslandschaft. Die Passhöhe bildet die Grenze zwischen dem Ubaye-Tal im Nordwesten, dem oberen Verdon im Südwesten und dem oberen Var im Osten und Süden. Ein kurzes Flachstück gibt es entlang der Quelle des Vars, einem kleinen See auf gut 1800 Meter Höhe. Hier erfolgt der Eintritt in den Nationalpark Mercantour. Vom Cayolle aus geht es dann auf vielen engen und kurvigen Passagen nur bergab bis nach Barcelonette.

Von Colmars aus, einem wunderschönen kleinen Örtchen am Westrand des Nationalparks Mercantour, beginnt in östlicher Richtung der kehrenreiche Anstieg zum Col des Champs (2095 m). Dieser Pass verbindet Colmars im Westen mit St. Martin-d'Entraunes im Osten durch eine - im Vergleich mit den Pässen in nord-südlicher Richtung - wenig befahrenen Straße; es ist mehr ein asphaltierter Wirtschaftsweg, von dem man an verschiedenen Stellen einen wunderschönen Panoramablick über Colmars mit seiner vollständig erhaltenen Stadtmauer und den Befestigungsanlagen Fort de France und Fort de Savoie hat. Die Passhöhe bildet die Grenze zwischen den Départements Alpes-Maritimes und Alpes-de-Haute-Provence. Hier oben ist es waldlos und wir genießen einen sehr schönen Blick über das Val d'Entraunes.

Die untere Passregion führt durch ein Waldgebiet, ebenso wie die Westseite. Auf dieser Abfahrt vom Col des Champs, dem letzten von insgesamt zwanzig Cols, sehen wir plötzlich das Mittelmeer vor uns; es geht hinunter in Frankreichs wärmste Stadt Menton an der östlichsten Ecke der Côte d'Azur, nahe der italienischen Grenze - der abschließende Höhepunkt einer Traumtour durch die Grandes Alpes. Menton ist malerisch schön, hat reizvolle Strände, eine Sonnenpromenade und eine gemütliche Altstadt. Überall blühen Zitronen- und Orangenbäume.

Nun sind wir am Ende der Route des Grandes Alpes und haben insgesamt 1000 Kilometer und 17.170 Höhenmeter im Aufstieg hinter uns gebracht.
(rh)

Nochmal Radsport..

Rasant in Norditaliens Primavera
Im April und Mai ist es an der italienischen Adriaküste am schönsten. Verschiedene Reiseveranstalter locken mit attraktiven Angeboten für Rennradtouren und Trainingscamps in der Gegend um Rimini. Wer den Frühling sportlich in Italien verbringen möchte, sollte rechtzeitig buchen, denn selten können mehr als 40 Personen an einer Tour teilnehmen.

Der Frühling in Italien bietet ideale Temperaturen zum Radfahren. Dazu traumhafte Kulissen, die jede Menge Fahrspaß versprechen. Sonne, Sand und Meer, schneebedeckte Berge, sanfte Hügel und satte Wiesen, Weinberge, freundliche Kunststädte und uralte Bergdörfer - all das und mehr findet man in der Emilia Romagna. Diese wunderschöne Gegend liegt am südlichen Rand Norditaliens zwischen dem majestätischen Po, der blauen Adria und dem grünen toskanisch-romagnolischen Apennin. Die apuanischen Alpen mit ihrer spezifischen Vegetation, den Naturparks, Höhlen und Schluchten bilden den Übergang zur Toskana. Die Versilia mit ihren uralten Wäldern reicht bis an das Tyrrhenische Meer.

Die Emilia Romagna – ein Eldorado für Rennsportler

Flache Küstenstreifen, hügeliges Hinterland, Berg- und Passstraßen - vom Meer bis ins Hinterland bietet die Gegend um Rimini jedem Radsportler beziehungsweise jeder Radsportgruppe ausgezeichnete Möglichkeiten, ein individuell zugeschnittenes Streckenprofil zu finden. Ein ausgeprägtes, engmaschiges und sehr gepflegtes Straßennetz im 20 Kilometer breiten flachen Küstenstreifen, der sich von Rimini beliebig weit (über 100 Kilometer) nach Norden zieht, wie auch im Hinterland, das bis auf 1.200 Meter hinaufführt, lässt hinsichtlich Auswahl und Abwechslung der Streckenführung keinerlei Wünsche offen. Das tolle Panorama, das man bereits auf kleineren Rundfahrten von 40 bis 60 Kilometern durch Obstplantagen und landschaftlich interessanten Strecken erfahren kann, versetzt selbst den müdesten Radfahrer ins Schwärmen.

Prachtvolle Villen, blumengeschmückte Promenaden, schattige Alleen und 130 Kilometer lange Sandstrände prägen die Emilia zwischen Lido di Comacchio und Pésario. Idyllisch in Pinienhaine, Schilf und Ginsterbüsche gekuschelt, liegen die kleinen Orte am Rande des Naturschutzgebietes Valli di Comacchio: Lido di Estensi, Lido di Volano oder Lido di Spina. An der Küste finden wir die größeren Orte wie Riccione, die „grüne Perle der Emilia“ mit herrlichen Baumalleen, und Rimini, den berühmten Badeort mit 1.500 Hotels, 130 Restaurants und knapp 1.000 Boutiquen.

Der Touren-Klassiker: Unterwegs zwischen Ravenna und Rimini

Cesenatico ist eine reizvolle Hafenstadt an der Adria zwischen Ravenna und Rimini. Der Ort wird geprägt durch den alten Kern des ehemaligen Fischerdorfes, dem von Leonardo da Vinci entworfenen Hafenkanal und dem sich von Zadina bis Valverde entlang ziehendem Sandstrand. Hauptattraktionen des Ortes sind der Freizeitpark Atlantica und das Seewasseraquarium. Die vielen Straßencafés am Fischerhafen vermitteln mediterranen Flair.

Cesenatico gilt als idealer Ausgangspunkt für viele Radtouren in der Emilia. Je nach individuellem Anspruch, Kondition und Tagesform kann man sich seine Route zusammenstellen. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich durch hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten bei bis zu 400 Meter Höhenunterschied variieren. Die vielen kleinen Orte unterwegs können als Zwischenstationen dienen und ermöglichen Streckenvarianten zwischen 45 und über 140 Kilometer - und dies auf überwiegend asphaltierten Straßen mit hügeligem bis bergigem Niveau.

Außerdem können von Cesenatico aus viele Ausflüge unternommen werden, zum Beispiel in das Montefeltro-Gebiet nach Ravenna, San Marino, Urbino oder San Leo. Die Orte vereinen wertvolle künstlerische Charakterzüge aus den verschiedensten italienischen Geschichtsepochen. Zahlreiche mittelalterliche Burgen und Schlösser, Überreste aus der romanischen Epoche und byzantinische Kunstwerke liegen in wunderschönen mittelländischen Flecken.

Ravenna ist eine der schönsten und kulturell bedeutendsten Städte Italiens. Die romantische Altstadt ist reich an interessanten Baudenkmälern der verschiedenen Epochen. Die Republik San Marino, der Zwergstaat auf der Bergkuppe des Apennin, gilt als das Mekka der Briefmarken-Sammler. Sehr viel beeindruckender sind jedoch die einzigartigen Rundblicke, die man vom Monte Titano aus hat. Auf dieser Anhöhe liegen die drei stolzen Festungen, das Wahrzeichen der Republik. Die Kirche des San Francesco, der Platz der Libertà, der Regierungspalast, die Burgen und viele interessante Museen (Oldtimer, Luftfahrt, Waffen etc.) kann man dort besichtigen. Zu den Hauptattraktionen von Urbino gehören wohl der Herzogenpalast mit seinen Museen, das Geburtshaus Raffaels sowie der botanische Garten und der Dom. In San Leo sollte man unbedingt die Burg des Cagliostro gesehen haben sowie die beiden wunderschönen Kirchen, das Pfarramt und den Dom.

Die Cesenatico-Tour wird von verschiedenen Veranstaltern angeboten und findet meist zwischen Mitte April und Mitte Mai statt. Eine einwöchige Reise mit Halbpension und Radservice kostet zum Beispiel ab 500 € pro Teilnehmer.

Die Alternative: Im Trainingscamp Kraft tanken für die Saison

Alternativ zu den Rennsportreisen werden von einigen Veranstaltern auch Trainingscamps in Rimini organisiert. Die meist 14tägigen Camps, die von Mitte bis Ende April stattfinden, dienen der gezielten Saison-Vorbereitung und sind relativ preisgünstig: Busreise, Radtransport und Unterkunft mit Vollpension zum Beispiel schon ab 600 €. Die Angebote sind auf 20-30 Teilnehmer zugeschnitten, deshalb sollte man die Camps früh buchen.

Einige Angebote sind besonders für Hobby- und Touristikfahrer im Seniorenalter, für Radmarathoniken und RTF-Ambitionierte, geeignet, die in kleinen homogenen Gruppen zwanglos ihre Touren absolvieren können. Die Strecken führen weit über den nahen San Marino in die Marken hinein. Höchster Punkt ist die Überfahrt bei Villanova nach Carpegna mit 1.007 Meter. Auch die Traumstraße von Rimini nach Pescara an der Küste entlang bietet eine reizvolle Kulisse.

Für jugendliche Rennsportler gibt es Tourenangebote, die oftmals zu einem umfassenden Kraftausdauerprogramm gehören mit dem Ziel, konditionell das maximale Jahresniveau zu erreichen. Gefahren wird meist in kleinen Gruppen mit Wertungen am Berg und im Sprint. Eine Königsetappe ist zum Beispiel die über 160 Kilometer lange Fahrt in die Hügel des “4 Colli”.

An Ruhetagen haben die Teilnehmer der Trainingscamps die Möglichkeit, ein bisschen Kultur zu tanken. Es werden viele Ausflugsfahrten angeboten, etwa in die Republik San Marino oder nach Ravenna. Doch auch Rimini selbst ist eine Besichtigung wert. Die Stadt ist nicht nur ein touristisches Badezentrum; sie bietet neben den Meeresstränden und den unterschiedlichsten Vergnügungen auch eine bedeutende Anzahl an Monumenten aus der romanischen Epoche und der Renaissance, etwa der Augusto-Bogen und der Malatestiano-Tempel von Leon Battista Alberti.

Egal, ob man sich für eine Rennsportreise oder ein Trainingscamp entscheidet – das mediterrane Klima, die reizvolle Landschaft und die vielfältigen kulturellen Sehenswürdigkeiten der Emilia Romagna versprechen spannende und abwechslungsreiche Touren im Norden Italiens.

Für die Radsportfans

Am Anfang stand eine Geschäftsidee

Die Frühjahrsklassiker und ihre Geschichte

Das Frühjahr beginnt mit der Classicissima „Mailand-San Remo“, dem ersten Eintagesklassiker im Radsportjahr. Oft genug war die Fahrt von der Norditalienischen Metropole an die Riviera ein Sinnbild für den Frühlingsanfang. Vom nicht selten kalten und nebeligen Mailand aus machen sich die Fahrer auf den beinahe 300 Kilometer langen Weg Richtung Mittelmeer, strampeln hinein in den farbenfrohen Frühling am Mittelmeer. Biegen die Fahrer auf die 400 Meter lange Zielgerade ein, hat die Radsportsaison endlich richtig begonnen.

Die Namen der Klassiker klingen wie Musik in den Ohren der Radsportgemeinde. Durch ihre lange, oft mehr als hundertjährige Tradition haben sich die Start und Zielorte der berühmten Eintagesrennen in das Gedächtnis der Velofans eingebrannt. Begonnen hat die Geschichte dieser Radrennen im Jahre 1891 mit der Idee, zwischen den Städten Bordeaux und Paris ein Rennen von 560 Kilometern Länge auszutragen. Veranstalter der ersten Ausgabe war eine französische Radsportzeitung, deren Verkaufszahlen nach dem erfolgreich durchgeführten Rennen in die Höhe schossen. Es war also – wie so oft im Radsport – eine clevere Geschäftsidee, die eine sportliche Tradition begründete. Der bei der Premiere siegreiche Engländer George Pilkington Mills benutzte als erster Rennsportler montierbare Luftreifen, die ihm durch die Vorteile beim Beheben von Defekten mit zum Sieg verholfen haben dürften. Heute spielt dieses Rennen, das aufgrund seiner Länge von Anfang an nur mit Hilfe von Schrittmachern bewältigt werden konnte, keine Rolle mehr.

Ganz im Gegensatz zum Ardennenrundrennen Lüttich-Bastogne-Lüttich, das 1894 seine Premiere erlebte und deshalb als „Mutter aller Klassiker“ bezeichnet wird. Durch die vielen tückischen Anstiege und die oftmals extremen Windverhältnisse hat sich „L-B-L“ in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einem Ausscheidungsrennen entwickelt, bei dem sich am Ende der austrainierteste Fahrer durchsetzt, während so manche noch so ausgeklügelte Taktik nicht aufgegangen ist. Tückisch ist vor allem die Redoute, ein 1700 Meter langer Anstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 11 %, an dem schon oft die Vorentscheidung gefallen ist. Auch der Anstieg zum Ziel in Ans, einem Vorort von Lüttich, hat es in sich. Wer sich dafür keine Kräfte hat aufsparen können, hat mit dem Sieg nichts zu tun.

Noch extremer ist die Fahrt durch die sogenannte „Hölle des Nordens“. 1896 wurde das Rennen Paris-Roubaix zum ersten Mal ausgetragen. Ein Gutteil der Strecke führt über uralte Kopfsteinpflasterstraßen im Nordwesten Frankreichs. Diese sogenannten pavés sorgen dafür, dass die Fahrer kräftig durchgeschüttelt werden und sind verantwortlich für so manche technische Spielerei an den Rennmaschinen. Um für bessere Federung zu sorgen, werden Gabeln mit größerem Vorlauf verwendet, auch Federgabeln sind schon zum Einsatz gekommen. Sogar die gute, alte Holzfelge kommt aufgrund der Elastizität des Materials bisweilen zu neuen Ehren. Übrigens spricht man nicht von der „Hölle des Nordens“, weil dort das Rennradfahren so höllisch ist, sondern weil der Landstrich durch die Verheerungen des Ersten Weltkriegs jahrelang wie eine unbewohnbare Mondlandschaft gewirkt haben muss. Daran werden wohl die wenigsten Fahrer denken, wenn sie sich über eigentlich unbefahrbare Wege in Richtung Ziel quälen. Dass die Profis auch weiterhin Höllenqualen erleiden müssen, dafür ist gesorgt. Während überall sonst in Frankreich beinahe jeder Feldweg asphaltiert ist, stehen die pavés im Nordwesten des Landes unter Denkmalschutz.

Kopfsteinpflasterpassagen machen auch den Reiz des zweiten großen Klassikers auf belgischen Boden aus. Seit 1913 gehört die Flandernrundfahrt als fester Bestandteil zum Radsportkalender. Zwei Wörter beherrscht wohl jeder Profi auf Flämisch: hellingen und kasseien. 16 bissige hellingen (Anstiege) müssen die Fahrer überwinden, nicht selten auf kasseien (Kopfsteinpflaster). Einer der am meisten gefürchteten Anstiege ist der Koppenberg. 15 Jahre lang stand er nicht auf dem Programm. Der äußerst schmale Kopfsteinpflasterweg mit einer Steigung von bis zu 25% (!) hatte in der Vergangenheit immer wieder für spektakuläre Sturzorgien gesorgt. Als 1987 ein Begleitfahrzeug den gestürzten Dänen Jesper Skibby über den Haufen fuhr, wurde der Koppenberg aus dem Programm gestrichen. 2002 steht er erstmals wieder auf dem Programm.

Zunächst aber beginnt die Klassikersaison mit der inzwischen 95 Jahre alten Classicissima, dem Rennen dem ein Deutscher in den vergangenen Jahren seinen Stempel aufzudrücken wusste. Vier Mal hat Erik Zabel nunmehr auf der Via Roma die Arme nach oben reißen können und die nicht gerade üppige Geschichte deutscher Klassikertriumphe fortgeschrieben.

Wer das Amstel Gold Race zu den Klassikern zählt, liegt übrigens nicht ganz richtig. Die Geschichte dieses Rennens beginnt erst 1966. Vorbild für die erste Ausgabe war das Rennen Rund um den Henninger Turm, das genauso wie das Gold Race von einer Brauerei veranstaltet wird. Der „deutsche Klassiker“ erlebte seine Premiere 1962, beinahe ein dreiviertel Jahrhundert nach dem ersten Rennen von Bordeaux nach Paris. (ar)

Impfungen: FSME 2008

Zurückgestellte FSME-Impfungen lassen sich jetzt noch nachholen

Maximaler Impfabstand beträgt drei Jahre / Folgen des Engpasses aus 2007

NEU-ISENBURG (hub). Der Engpass bei FSME-Impfstoffen in 2007 wirkt jetzt noch nach. Primär sollten daher Risikopatienten geimpft und zurückgestellte Impfungen nachgeholt werden.



Wer seine Patienten gegen FSME impfen will, bestellt die Vakzine am besten vor.

Foto: www.zecken.de
Aufgrund der hohen Nachfrage im Frühjahr 2007 war der FSME-Impfstoff knapp geworden. Ursache waren 33 neu ausgewiesene Risikogebiete in Deutschland und der vorangegangene warme Winter mit folgender früher Zeckenaktivität (wir berichteten).

Als Konsequenz haben die Hersteller von FSME-Impfstoffen, Novartis Behring und Baxter, die Produktion nochmals gesteigert. Erneute Engpässe sind aber auch 2008 nicht ausgeschlossen - etwa deshalb, da viele Nachimpfungen anstehen und es derzeit noch lange Lieferfristen gibt. Wer jetzt bestelle, erhalte den Impfstoff erst im Herbst, teilt Novartis Behring mit. Eine langfristige Planung hat also Vorteile.

Kollegen, die aktuell mehr impfwillige Patienten haben als Impfstoff zur Verfügung, halten sich am besten an die noch gültigen Empfehlungen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI): Zuerst sollen danach Menschen mit hohem Risiko einer FSME-Infektion geimpft werden. Das sind Personen mit Wohnort oder Arbeitsstelle in Risikogebieten, die gleichzeitig ein hohes Expositionsrisiko haben - also viel im Freien sind.

Zweitens sollten zurückgestellte Impfungen jetzt nachgeholt werden, damit nicht neu grundimmunisiert werden muss. Dazu wurden die zulässigen Impfabstände verlängert: Die zweite Injektion kann bis zu einem Jahr nach der ersten, die dritte bis zu drei Jahren nach der zweiten erfolgen.

Unter www.pei.de/fsme gibt es die Empfehlungen des PEI

Morbus Bechterew

So einfach ist Bechterew-Screening
Drei Kriterien stützen den Verdacht auf Morbus Bechterew / Studie aus Berlin
WIESBADEN (hub). Über sechs Jahre beträgt die Diagnoseverzögerung bei Patienten mit Morbus Bechterew. Mit drei Parametern wäre ein Screening ganz einfach.



Leitsymptom bei Morbus Bechterew ist chronischer Rückenschmerz.

Foto: sebastian kaulitzki©www.fotolia.de
Jeder zwanzigste Patient mit chronischen Rückenschmerzen hat eine ankylosierende Spondylitis (AS, Morbus Bechterew). Anhand von drei Kriterien lassen sich diese Patienten von den anderen Rückenschmerz-Geplagten unterscheiden:

Rückenschmerz ist entzündlich (etwa Morgensteifigkeit, Besserung bei Bewegung, Ansprechen auf NSAR)
Patient ist jünger als 45 Jahre
Test auf HLA-B27 ist positiv
In einer Berliner Studie konnte von 350 Patienten, die diese Kriterien erfüllten, bei 62 Prozent eine AS nachgewiesen werden. Das berichtete Privatdozent Martin Rudwaleit von der Charité Berlin beim Rheuma Update in Wiesbaden. Die Hälfte dieser Patienten hatte bereits eindeutige Röntgenveränderungen im Sinne einer AS. Die andere Hälfte wurde aufgrund des MRT-Befundes als präradiografische axiale AS klassifiziert, so Rudwaleit.

Die Bereitschaft vor allem von Orthopäden, aber auch von Hausärzten, diese Screening-Kriterien bei chronischen Rückenschmerz-Patienten anzuwenden, könnte die Zeit bis zur Diagnose deutlich verkürzen. "Bei anderen Rheuma-Erkrankungen ist das bereits gelungen", sagte Rudwaleit. "Bei Rheumatoider Arthritis lag dieser Zeitraum 2004 bei etwa einem Jahr, zehn Jahre zuvor noch bei zwei Jahren". Auch bei Psoriasis-Arthritis sei diese Zeit mehr als halbiert worden. Bei AS hingegen gebe es eine Stagnation bei etwa sechs Jahren.

Rudwaleit wies daraufhin, dass eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) bei AS-Patienten mit bis zu sieben Prozent häufig sei. Kollegen sind gut beraten, bei entsprechenden Symptomen ihrer AS-Patienten, eine CED beim Gastroenterologen abklären zu lassen. Als Therapeutika für diese Patienten kommen dann TNFα-Blocker infrage: Infliximab (Remicade®) bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa und Adalimumab (Humira®) bei M. Crohn.

Bauchfett, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ab 94 cm Taillenumfang wird‘s kritisch

Bauchfettmenge per Maßband abschätzbar / Viszerales Fett wirkt stark atherogen und fördert Entzündungen

NEU-ISENBURG (jma). Ein erhöhter Taillenumfang ist das äußerlich sichtbare Zeichen für zu viel viszerales Bauchfett. Haben Frauen einem Taillenumfang über 80 cm oder Männer einen Umfang über 94 cm, ist bei ihnen sowohl das Risiko für Typ-2-Diabetes als auch für kardiovaskuläre Ereignisse erhöht.



Viszerales Bauchfett ist ein wichtiger Risikofaktor für Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen.


Mit dem Übergewicht steigt das Risiko für Atherosklerose und Typ-2-Diabetes. Der BMI korreliert jedoch nicht gut mit dem Risiko. Wesentlich aussagekräftiger ist das Fettverteilungsmuster. In den vergangenen Jahren hat sich herausgestellt, dass übergewichtige Patienten mit abdomineller Fettverteilung ein besonders stark erhöhtes Risiko haben.

Subkutanes Fett wirkt nur wenig atherogen
Ausschlaggebend ist hier das viszerale Fettdepot - das überschüssige Fett, das sich um die Bauchorgane sammelt. Befindet sich das Fett dagegen vor allem subkutan über den Körper verteilt, ist das Risiko gering. Bei einer Messung des Taillenumfangs gilt die Richtlinie der International Diabetes Federation (IDF, 2005): Mehr als 94 cm sollten es bei Männern nicht sein, bei Frauen nicht mehr als 80 cm. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft veröffentlichte 2006 noch etwas moderatere Zahlen: 102 cm bei Männern, 88 cm bei Frauen.

Viszerales Fett funktioniert wie ein endokrines Organ
Was das viszerale vom subkutanen Fettgewebe unterscheidet, berichten Forscher von der Universität Leipzig: Fettgewebe wird heute nicht nur als Energiespeicher, sondern auch als endokrines Organ aufgefasst. Die anatomische Lokalisation des viszeralen Fettgewebes hat eine besondere Bedeutung, da Metaboliten und Adipokine aus dem Gewebe in das Pfortadersystem freigesetzt werden und damit unverdünnt in der Leber wirken (Internist 48, 2007, 126).

Zusätzlich hat das viszerale im Vergleich zum subkutanen Fettgewebe eine niedrigere Insulinsensitivität. Hinzu kommt eine höhere Katecholaminempfindlichkeit und damit eine höhere Lipolyserate, die zur verstärkten Freisetzung freier Fettsäuren führt. Dies erhöht die Konzentration kleiner, besonders atherogener LDL-Cholesterin-Partikel, was die Entwicklung einer Atherosklerose fördert. Auch der HbA1c-Wert und die Triglyzeride steigen.

Das Fettgewebe als endokrines Organ sezerniert außerdem viele so genannte Adipokine. Dazu gehören auch Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor alpha (TNF-α). Sie führen zu einer Abnahme der Insulinempfindlichkeit.

Botenstoffe aus dem Bauchfett begünstigen Entzündungen
Zudem lösen diese Faktoren unterschwellig chronische Entzündungen aus und begünstigen dadurch Gefäßschäden. Mit der Zunahme des Fettgewebes sinkt auch die Synthese von Adiponektin. Diese Substanz hat antientzündliche und antiatherogene Effekte und wirkt zusätzlich als körpereigener Insulinsensibilisator.

Informationen zur Richtlinie der IDF: www.idf.org/webdata/docs/IDF_prevention_consensus_DM.pdf

Messung des Taillenumfangs
Viszerales Bauchfett führt zu Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen. Mit dem Taillenumfang ist das Risiko einfach abzuschätzen: Gemessen wird im Stehen mit freiem Oberkörper, das Maßband wird in gerader Linie zwischen dem unteren Rippenbogen und dem Beckenkamm herumgeführt. Der Taillenumfang wird nun bei leichter Ausatmung bestimmt. Mehr als 94 cm sollten es bei Männern nicht sein, bei Frauen nicht mehr als 80 cm.

Donnerstag, 27. März 2008

Prostata: PSA-Test

BERLIN – Einen PSA-Test zum Screening auf Prostatakarzinom bieten heute auch immer mehr Hausärzte an. Vorher sollte der Patient jedoch umfassend aufgeklärt werden.

Der PSA-Test ist mehr als ein Piks in den Arm. Das Ergebnis kann weitreichende Folgen haben und zieht oft unnötige Diagnostik und Therapie nach sich, sagte Dr. Nikolaus Becker vom Deutschen Krebsforschungszentrum beim 28. Deutschen Krebskongress. Bevor man hier eine IGeL-Leistung anbietet, sollte man dem Patienten erläutern, warum die gesetzlichen Krankenkassen den PSA-Test noch nicht ins Krebsvorsorgeprogramm aufgenommen haben. Beim Prostatakrebs gibt es keine harmlosen, noch benignen Vorstufen. Ziel des Screenings ist daher die Erkennung früher Krebsstadien. Dies scheint auch zu gelingen, wie sich an der steigenden Inzidenz seit Beginn der „PSA-Ära“ ablesen lässt. Die bisher vorliegenden Zahlen sprechen aber eher für eine Überdiagnose, sagte Dr. Becker. Bei jedem Screeningprogramm steigt die Inzidenz in den ersten Jahren, aber danach sollte sie auf das Ausgangsniveau zurückgehen, denn im Rahmen der Karzinogenese werden ja nicht mehr Tumoren „nachgeliefert“. Genau das ist beim Prostatakrebs aber nicht passiert. Viele Patienten werden somit an einem Krebs operiert, der nie klinisch manifest geworden wäre. Wissenschaftlich fundierte Kriterien zur Unterscheidung von irrelevanten und relevanten Tumoren gibt es bisher noch nicht. Hinzu kommt die relativ hohe Rate an falsch-positiven Befunden: 4 % der 50- bis 59-Jährigen und 27 % der 70- bis 79-Jährigen haben einen positiven PSA-Test. Die Gewebeprobe zeigt aber nur bei etwa 30 % einen Prostatakrebs – die anderen haben sich umsonst biopsieren lassen. Auch die Möglichkeit falsch-negativer Befunde sollte den Männern nicht verschwiegen werden. Zurzeit prüfen zwei große prospektive Studien in Europa und den USA, ob das PSA-Screening die Mortalität senken kann. Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, kann man die Effektivität beurteilen, sagte Dr. Becker. Er glaubt aber nicht, dass das Screening eine Erfolgsstory wird.

MTD, Ausgabe 11 / 2008 S.26, MW, Foto: BilderBox

Was bedeutet "IGEL"?

IGeL-Beratung:

Eine neue Broschüre der Bundesärztekammer informiert Patienten über die "Individuellen Gesundheitsleistungen", kurz IGeL. Dabei werden auf die häufigsten Patientenfragen Antworten gegeben, aber keine Wertungen über sinnvolle und weniger sinnvolle Leistungen ausgesprochen. Für den Arzt lohnt sich ein Blick in diese Broschüre.

IGe-Leistungen setzen eine Beratung voraus - und kein Verkaufsgespräch. Das ist eine der Kernaussagen, die in der Broschüre, gezeichnet von Ärztekammer-Präsident Jörg Hoppe, getroffen werden. Das heißt aber auch, dass die IGeL-Beratung in der Hand des Arztes bleiben muss - dieser sollte dem Patienten schlüssig vermitteln können, warum er eine solche, nicht von den Krankenkassen finanzierte, Leistung in diesem Fall für sinnvoll hält. Die Broschüre bietet dafür eine Checkliste an, die es dem Patienten ermöglichen soll, eine seriöse Beratung zu erkennen (z.B. ausreichende und sachliche Information, Zeit zum Überdenken, schriftlicher Vertrag etc.).

Die Broschüre betont dabei auch, dass Vorurteile gegenüber IGeL ("nicht sinnvoll") nicht haltbar sind. Beispiele wie Reiseberatung oder andere durch die individuelle Lebensgestaltung bedingte Untersuchungen belegen dies.

Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden.
http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/IGeL_web_2008_02_12.pdf
Bundesärztekammer

Gesunde Ernährung: Brokkoli

"Wunderwaffe" Brokkoli
US-Präsident Bush hasst das Gemüse - aber es finden sich immer mehr Argumente, warum man sich mit häufigeren Brokkoli-Mahlzeiten anfreunden sollte.

Brokkoli enthält, wie andere Gemüsesorten aus der Familie der Kreuzblütengewächse auch, einige Inhaltsstoffe (wie beispielsweise Sulforaphan oder Senfölglykoside), die nicht nur antikanzerogen wirken, sondern auch als Radikalenfänger nützlich sind. Gerade ältere Menschen können durch den Verzehr von Brokkoli viel für ihr Immunsystem tun, raten Mediziner von der David Geffen School of Medicine an der UCLA. Denn gerade im Alterungsprozess spielten, so die Forscher, die freien Radikale als Gewebeschädiger eine große Rolle im Hinblick auf die Genese vieler Krankheiten wie Krebs oder Atherosklerose.

Eine Studie im American Journal of Clinical Nutrition scheint dies zu bestätigen: Dafür wurden 3035 Brustkrebspatientinnen in ihren Ernährungsgewohnheiten und ihrer genetischen Disposition mit 3037 vergleichbaren gesunden Frauen verglichen. Bei Frauen mit bestimmten Genkonstellationen und einer Ernährung, die reich an Gemüsen wie Brokkoli oder Blumenkohl war, zeigte sich nach Auswertung der Daten ein um bis zu 50% niedrigeres Risiko. Ohne die Genkonstellation gab es nur eine geringere Risikoreduktion.

Dies bewog die Forscher zu dem vorsichtigen Schluss, dass die Ernährungsgewohnheit ein Faktor für die geringere Brustkrebsrate bei den "genetisch begünstigten" Frauen sein könnte.

Aber auch allen anderen könnten Brokkoli-Mahlzeiten wohl nicht schaden.

Newswise, 6. und 7.3.2008

Montag, 10. März 2008

Aufruf: Kümmern Sie sich darum, wie in den nächsten Jahren Ihre medizinische Versorgung funktionieren soll

Der Hausarzt ist eine bedrohte Rasse, er ist zum Aussterben verurteilt.

Politik und Krankenkassen sehen keine Notwendigkeit mehr für Hausärzte.
An deren Stelle sollen unpersönliche sogenannte Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und Call-Center (telefonische Beratungsdienste) treten, von denen Sie dann behandelt werden. Sie zahlen viel Geld für Ihre Krankenkasse, aber die Art Ihrer Versorgung können Sie in Zukunft nicht mehr selbst bestimmen.

Gesundheitskonzerne werden - so ist es politischer Wille unserer Regierung (CDU/CSU/SPD) - die Kontrolle über das Gesundheitswesen übernehmen, wobei der Hausarzt abgeschafft wird. Er wird durch die medizinischen Versorgungszentren und „geschultes Personal“ (was immer das bedeuten mag) ersetzt. Hintergrund ist, dass die Konzerne im deutschen Gesundheitswesen ca. 240 Miliarden Euro verdienen können. Die Konzerne werden diese MVZ betreiben. Einer dieser Konzerne ist bereits seit Januar 2008 tätig. Im Aufsichtsrat eines Konzerns der möglich gemacht hat, dass dieser amerikanische Konzern in Deutschland tätig ist, sitzt übrigens unser Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU).

Es wird keinen Hausarzt mehr geben, der Ihre Sorgen, Nöte und Erkrankungen seit Jahren kennt und sie mit ihrem persönlichen Hintergrund betreut.
Hausbesuche durch den Arzt fallen weg.
An deren Stelle tritt dann das Call-Center bzw. eine Gemeindeschwester mit Video-Handy. Glauben Sie, dass Sie auf diese Art gut und qualifiziert medizinisch versorgt werden können???

Das sogenannte „sozialverträgliche Frühableben“ wird somit verwirklicht und die Renten der jüngeren Generation werden dadurch gesichert.
Die solidarische Gesellschaftsform wird entsolidarisiert und jeder denkt nur noch an sich. Es wird ein amerikanisiertes Gesundheitswesen angestrebt, in dem derjenige, der nicht zahlen kann, nicht ausreichend behandelt wird.

Möchten Sie das?
Was können Sie tun?

Rufen Sie Ihre Wahlkreiskanditaten an, machen Sie diesen klar, dass es keine Dauerkarten für Parlamentssitzplätze gibt, sondern dass im September Wahl ist.
Sagen Sie Ihnen, dass Sie jetzt Taten z.B. zum Erhalt einer hausärztlichen Versorgung sehen wollen und erst danach Ihre Wahlentscheidung treffen werden.
Machen Sie den Politikern klar, dass vor allem Patienten (Sie!) zur Wahl gehen werden . Rufen Sie Ihre Krankenkasse an und geben Sie zum Ausdruck, dass Sie Ihren Hausarzt behalten wollen. Fragen Sie Ihren Hausarzt, wie er dazu steht!
Fragen Sie, werden Sie aktiv, wenn Ihnen Ihr Hausarzt wichtig ist!

Helfen Sie Ihrem Hausarzt - er ist vom Aussterben bedroht und schützenswert,
denn er hat sich bisher um Sie und Ihre Gesundheit und er wird sich auch weiterhin darum kümmern, wenn man ihn läßt.

Ihre Hausarztpraxis
Dr. med. Neßler

Sonntag, 9. März 2008

Internet: Patientenverfügung, Raucher-Stopp

Was ist eine Patientenverfügung?

www.bmj.de/media/archive/1184.pdf


Allergie: Pollen im Blick

www.pollenflug.de www.dwd.de/pollen

Nichtrauchen ist "in" und gesünder!

Webtipps:

1. www.aok.de/ich-werde-nichtraucher
2. www.barmer.de/nichtrauchen
3. www.rauchfrei2008.de