Montag, 27. Oktober 2008

Hoch vom Sofa und rein in die Laufschuhe oder wie werde ich ein Marathoni?

Die Spatzen pfeifen es inzwischen von den Dächern jeder Stadt in Deutschland: der und die Deutsche sind zu dick, sie bewegen sich zu wenig und essen zu fett und mehr als sie im Alltag verbrennen.
In den folgenden Zeilen werde ich Ihnen in einer fiktiven Geschichte von Klaus F. den sinnvollen Weg von einer Bewegungsarmut zu mehr sportlicher Bewegung aufzeigen.
Damit ist nicht unbedingt gemeint, dass jetzt Jeder für einen Marathon trainieren muß. Aber es wird kein Weg zu mehr Gesundheit und Lebensqualität vorbeiführen an einer Bewegungssteigerung im Alltag mit Schwitzen und Herzklopfen.

Lesen Sie, wie es Klaus F. schaffte, sich von der Couch zu erheben und sich von der Ausrede "keine Zeit zum Sport" lösen konnte:

Marathon und Halbmarathon – auch etwas für Dich?

Freitagnachmittag, Klaus F. sitzt im Wartezimmer seines Hausarztes. Er feierte gerade seinen 63. Geburtstag, ist als Vertreter einer optischen Firma tätig, 178 cm groß und knapp 110 kg schwer, hatte am 26. September im Fernsehen bei rbb (http://www.rbb-online.de/ )die Übertragung des 35. Real-, Berlin-Marathons (http://www.real-berlin-marathon.com/) gesehen. Bei der Fernsehübertragung sah er viele Läufer in seiner Altersgruppe, und er fragt sich jetzt, wäre ein Marathon oder vielleicht zuerst ein Halbmarathon auch etwas für ihn.

Er wird sich heute an seinen Hausarzt wenden, Dr. med. Frank Nessler, Neuwied, der selber Marathonläufer ist, Strassenrennradsport betreibt und in seiner Praxis u.a. Patienten und Sportler hinsichtlich ihrer Fitness auf „Herz und Nieren“ überprüft. „Was wird er mir raten“ denkt sich Klaus F., da ruft ihn Dr.med. Nessler auch schon zu sich (http://www.arztpraxis-dr-nessler.de/).
Dr. Nessler begrüßt zunächst überhaupt die Entscheidung von Klaus F., dass er sich nach oftmaligen Aufforderungen durch seinen Hausarzt endlich dazu entschlossen hat, eine etwas sportlichere Bewegung durchführen zu wollen. Noch viel wichtiger hält er aber die Entscheidung von Klaus F., dass er sich, bevor er das Abenteuer Marathon beginnen möchte, gründlich von einem Arzt untersuchen lassen will. Denn viel zu oft haben sich Neueinsteiger des Laufsports in dieses Abenteuer Marathon gestürzt – nur sie liefen dann nicht nach 21,1 oder 42,195 km durch das Ziel, sondern mussten wegen ernsthafter gesundheitlicher Probleme mit einem Krankenwagen in das nächstgelegene Krankenhaus gefahren werden.
Dr. Nessler berichtet vom diesjährigen Berlin Marathon. Bei der Begrüßung der ca. 40 000 Läufer aus etwa 107 Ländern wurden die Teilnehmer unmittelbar vor dem Start erstmals seitens der betreuenden Mediziner davor gewarnt, unzureichend trainiert, erkrankt oder nicht gründlich untersucht an den Start zu gehen. Auch sollte jeder Läufer trotz seiner sportlichen Ambitionen auf seinen mitlaufenden Nebenmann oder –frau achten, wenn man bemerkt, dass es ihnen schlecht gehen könnte. Denn Todesfälle sind auch möglich.
Wie wird jetzt Dr. Nessler den zukünftigen Marathoni beraten?
Dr. Nessler händigt ihm zunächst einen ausführlichen Fragebogen aus, bespricht mit ihm die verschiedenen Fragekomplexe, erkundigt sich nach Beschwerden und Krankheiten der letzten Jahre, misst seinen Blutdruck und die Herzfrequenz, die Größe und das Gewicht (hier runzelt er etwas seine Stirn), führt ein Ruhe-Ekg (http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrokardiogramm ) und eine Lungenfunktion (http://de.wikipedia.org/wiki/Lungenfunktion ) durch und untersucht Klaus F. nach allgemeinmedizinischen Gesichtspunkten vom Kopf bis zu den Füßen. Dabei weißt er Klaus F. daraufhin, dass er diese Untersuchung selber bezahlen muss, da keine offensichtliche gesundheitliche Erkrankung der Grund für diese Untersuchung ist. Die ersten Untersuchungen fallen alle normal aus, der Blutdruck (http://www.netdoktor.de/Diagnostik+Behandlungen/Untersuchungen/Blutdruckmessung-215.html ) ist für seine Altersgruppe mit 121/74 mmHg erfreulich optimal, auch der Puls (http://de.wikipedia.org/wiki/Herzfrequenz ) liegt mit 61 Schlägen/Minute in einem sehr guten Bereich. Hinter dem Gewicht macht Dr. Nessler allerdings ein gewichtiges Ausrufezeichen.
Bei einem nächsten Termin wird Klaus F. etwas Blut abgenommen zur Untersuchung einfacher Laborwerte (Hb-Gehalt, Erythrozyten, Leukozyten, Cholesterin, Kalium, Kreatinin) (.http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/l/Laborwerte.htm). Es folgt ein Belastungs-Ekg (http://www.netdoktor.de/Diagnostik+Behandlungen/Untersuchungen/EKG-Belastung-1171.html ) auf einem Ergometer. Hier belastet Dr. Nessler unter Berücksichtigung aller Messparameter Klaus F. bis zur fast völligen Erschöpfung. Bei der Untersuchung hat er ihm zusätzlich aus dem Ohrläppchen auf jeder Belastungsstufe einen Blutstropfen zur Untersuchung von Laktat (http://www.laktattest.net/ ) entnommen. Später kann er mit Hilfe einer PC-Software aus den Laktatwerten, den Pulswerten und der jeweiligen Leistung der einzelnen Belastungsstufen die Ausdauerfitness berechnen und einen Trainingsplan erstellen. Es kam wie es kommen musste, Dr. Nessler hielt die Ausdauerfähigkeit und das Gewicht von Klaus F. nicht ausreichend für die Absolvierung eines Marathon. Die Ausdauerfähigkeit lag bei 7,3 MET (http://www.novafeel.de/ernaehrung/met-metabolische-aequivalent.htm ). Und hinsichtlich des Gewichts verschiebt Dr. Nessler sogar den Beginn des Lauftrainings auf spätere Zeiten. Klaus F. soll zunächst unter einer Änderung seiner Lebensgewohnheiten (Essen und Trinken) mit einem Walking- und Rad-/Heimtrainer-Training sein Gewicht um mindestens 10-20 kg reduzieren. Zusätzlich empfiehlt er ihm außerdem ein 1-2maliges Krafttraining/Woche. Hier rät er ihm zu einem Studio mit Betreuung durch ausgebildete Trainer und z.B. mit einem Miha-Gerätezirkel (http://www.fitundspass.de/content/cms/front_content.php?idcat=108 ). Bei seinen ersten Trainingsstunden ist es wichtig, dass Klaus F. kaum außer Atem gerät, er aber zunehmend länger die Belastungen auf dem Rad oder beim Walking aushält. Für das Radtraining erhält Klaus F. ein Faltblatt seiner Krankenkasse, AOK (http://www.aok.de/bundesweit/fitness-wellness/fitness-wellness-519.php ), dass einen übersichtlichen Trainingsplan mit langsamen Steigerungen der Trainingsintensität enthält**. Für das Walkingtraining hat sich Klaus F. bei der VHS zu einem 10-stündigen Kurs angemeldet. Zur Trainingskontrolle hat Klaus F. von seinem Arzt ein Bandmaß geschenkt bekommen, mit dem er einmal im Monat seinen Bauchumfang (http://de.wikipedia.org/wiki/Bauchumfang ) messen soll. Ein bis zwei Zentimer im Monat soll sich sein Bauchumfang verringern, hat ihm Dr. Nessler geraten.
Als nach einer ersten deutlichen Abnahme des Bauchumfanges ein Stillstand eintritt und die Trainingsmotivation bei Klaus F. zu sinken droht, führt Dr. Nessler 3 Untersuchungen bei Klaus F. durch:
eine Body-Impedanzmessung. Hier kann man exakt das Fettgewicht des Körpers ermitteln (http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/Inhalt/images/heft0503/stint_05_03.pdf , http://www.omron-medizintechnik.de/gesundheitsthemen/thema-koerperfett.html )
eine Spiroergometrie – ein Belastungs-Ekg mit zusätzlicher Analyse des Sauerstoffverbrauches in der Atmungsluft. Hier ermittelt man die sogenannte VO2max, den Sauerstoffverbrauch bei der körperlichen Belastung (vergleichbar mit dem genauen Benzinverbrauch bei 50 kmh oder 100 kmh) http://de.wikipedia.org/wiki/Spiroergometrie
eine Messung der Herzfrequenzvariabilität. Hier kann der aktuelle Trainingszustand von Klaus F. auf eine mögliche Überlastung untersucht werden. http://de.wikipedia.org/wiki/Herzfrequenzvariabilit%C3%A4t
Nach der gründlichen Auswertung aller Messergebnisse beglückwünscht Dr. Nessler Klaus F.
zu den hervorragenden Werten und der Entwicklung seiner Fitness. Dr. Nessler hat mit den neuen Messwerten den Trainingsplan überarbeitet, Klaus F. darf jetzt mit dem Lauftraining beginnen, muss an einzelnen Trainingstagen die Trainingszeit erhöhen, an anderen Tagen die Trainingsintensität steigern und muss – darauf hat Dr. Nessler großen Wert gelegt – die geplanten Ruhetage anfangs 3 später nur noch 2 pro Woche exakt einhalten. Dr. Nessler bezeichnet das als „der Körper verbessert seine Leistungsfähigkeit in der Regeneration“.
Klaus F. hat sich inzwischen ein einfaches Rennrad gekauft, mit dem er jetzt zunehmend den Westerwald und die Eifel erkundet. Er hat auch schon an zwei RTF-Fahrten (http://de.wikipedia.org/wiki/Radtourenfahren ) teilgenommen, die erste in Andernach (http://www.rc-albatros-andernach.de/ ) über etwa 45 km, die zweite ca. 2 Monate später in Neuwied ( http://www.velo-club.de/ ) . Wenn er sich hier noch weiter steigert, hat ihm Dr. Nessler eine gemeinsame Ausfahrt mit seiner Rennradgruppe vorgeschlagen (http://www.rennradneuwied.com/).
Nach etwa 10 Monaten kommt Klaus F. zu einer Kontrolluntersuchung, in der alle Untersuchungen wiederholt werden. Zwischenzeitlich war er noch beim Kardiologen, der bei ihm eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt hat, schließlich ist Klaus F. mit seinen 63 Lenzen ja nicht mehr der jüngste Sportler. Aber nach dem ihm Dr. Nessler von seiner ältesten Sportlerin Frau S. in Weißenthurm mit 94 Jahren berichtet hatte, ist er zuversichtlich, dass er den richtigen Weg gewählt hat.
Bei dem Trainingsfleiß von Klaus F. war es vorher zusehen, dass nach dieser Trainingszeit sich der Gesundheits-, Allgemein- und Fitnesszustand komplett und deutlich verbessern wird.
Das Gewicht hat sich um 18 kg vermindert, die Ausdauerfitness liegt jetzt bei 10.2 MET und die Lebensvitalität von Klaus F. ist fast grenzenlos. Dr. Nessler lädt Klaus F. am 09. November 2008 zum Neuwieder Stadtlauf (http://www.neuwieder-stadtlauf.de/) ein und wird mit ihm zusammen den 10 km-Lauf absolvieren. Aus dieser 10 km-Zeit kann er dann für Klaus F. abschätzen, welche Marathon-Zeit Klaus F. z.B. für den Rhein Energie Marathon in Bonn am 26. April 2009 (www. http://www.rheinenergie-marathon-bonn.de/) ungefähr erzielen könnte.
Falls Klaus F. doch mehr Gefallen am Rennradsport gefunden hat, empfiehlt Dr. Nessler ihm einen Blick auf seinen Terminkalender auf der Homepage http://www.rennradneuwied.com/2009_termine_schwerpunkte.php. Hier hat er für ambitionierte Rennradsportler Termine für verschiedene Radrennen aufgeführt. Wenn ihn das Lauftraining zukünftig zu noch besseren Zeiten führen soll, empfiehlt ihm Dr. Nessler die Homepage http://www.greif.de/ . Dort kann man sich online exakte Trainingspläne für alle Leistungsgruppen erstellen lassen. Für die Beratung zum Kauf seiner neuen Laufschuhe erzählt ihm Dr. Nessler von seinen positiven Erfahrung mit Meddys-Laufladen in Koblenz (http://www.meddys-laufladen.de/) und rät ihm zu einer Anfertigung von Sporteinlagen für die Laufschuhe. Zum nächsten Geburtstag soll sich Klaus F. von seinen Freunden eine Pulsuhr der Firma Polar (http://www.polar-deutschland.de/ ) wünschen. Er soll gerade in seinen Anfangsjahren des Sporttreibens immer einen Blick auf seinen Puls haben, da er damit genau seine Belastung gerade für lange Trainingseinheiten kontrollieren kann.
Für sein weiteres Sportlerleben wünscht ihm Dr. Nessler bei einer letzten Kontrolle seines Gesundheitszustandes alles Gute und er soll bei seinen ersten Wettkämpfen im Marathon es nicht übertreiben (http://www.marathon.de/ ). Abschließend betont er auch noch mal die Wichtigkeit des begleitenden Stretching und Dehnung der Muskulatur und gibt ihm eine Aussage des deutschen Philosophen A. Schopenhauer mit auf den Weg „Gesundheit ist ein Weg, der erst entsteht, wenn man ihn geht“.
Klaus F. erhält von Dr. Nessler für seinen ersten Marathonlauf ein kleines Kärtchen mit dem Spruch, der ihm beim Laufen immer geholfen hat: „Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt“.