Körperliche Aktivität kann Erschöpfungszustände mindern
Walking & Co. gegen die Fatigue
16.04.08 - Wenn Tumorerkrankungen und -therapien mit ständiger Müdigkeit und Abgeschlagenheit einhergehen, sollte dem Patienten zu Bewegung geraten werden. Eine aktuelle Meta-Analyse zeigt signifikante Effekte.
Viele Krebspatienten leiden unter erheblichen Erschöpfungszuständen. Foto: pixelio
"Schnell wird Krebspatienten klar gemacht, dass sie sich auf eine Fatigue als Nebenwirkung einstellen müssen", stellt Autorin Dr. Fiona Cramp von der University of the West of England in Bristol fest. "Selten werden sie ermutigt, aktiv damit umzugehen."
Für die Meta-Analyse, die in der "Cochrane Library" erschien, wertete Cramp zusammen mit Dr. J. Daniel die Daten von über 2.000 Krebs-Patienten aus 28 Studien aus. Die untersuchten Bewegungsprogramme erstreckten sich über Zeiträume von drei Wochen bis sechs Monaten - die durchschnittliche Dauer lag bei zwölf Wochen.
Die meisten Studien fokussierten sich auf Walking oder Fahrrad-Ergometer-Training, doch die Intensität der Belastung variierte erheblich. Trotz der Heterogenität entpuppte sich körperliche Aktivität als sehr wirksam gegen das Fatigue-Syndrom.
Bewegung sollte Therapiebestandteil werden
"Generell können wir sagen, dass schon 30-minütige Spaziergänge drei bis fünf Mal pro Woche gegen die Erschöpfung helfen", betont Cramp. Für genauere Aussagen über Dauer, Häufigkeit, Intensität und Art des Trainings sei die Datenlage allerdings noch nicht ausreichend. Auch sei körperliche Aktivität nicht als alleinige Maßnahme bei Fatigue zu verstehen, doch sollte sie unbedingt in die Therapie integriert werden.
"Zunächst sollten natürlich zugrunde liegende Erscheinungen wie Anämie oder Hypothyreodismus behandelt werden", stellt auch Dr. Karen Mustian von der University of Rochester fest, die nicht an der Studie beteiligt war. "Doch wenn diese kontrolliert sind, kann Bewegung weiterhelfen."
"Trainingsprogramme könnten in der Onkologie künftig eine ebenso große Rolle spielen wie in der kardiologische Rehabilitation", meint die Wissenschaftlerin. "Doch dazu müssen größere Studien weitere Daten liefern."
Mittwoch, 16. April 2008
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